Mittwoch, 29. Oktober 2014

Cantuccini

Hallo meine Lieben,

was fällt euch ein, wenn ihr an Italien denkt? Also ich kann die vielen Leckerein kaum aufzählen, bei denen mir sofort das Wasser im Mund zusammenläuft.
Ich habe heute Cantuccini gebacken, ein feines Mandelgebäck, das traditionell zu einem Glas Vin Santo gegessen und darin eingetunkt wird. Die Cantuccini passen aber auch zu einer Tasse Espresso oder Cappuccino und lassen sich natürlich auch pur vernaschen.

Im Original gehört ein Schuss Amaretto hinein. Ich habe heute die alkoholfreie Version gebacken und für den richtigen Geschmack ein paar Tropfen Bittermandelaroma dazu gegeben.

Für 2 Backbleche braucht ihr:
🖨 Rezept als PDF

200 g Mandeln
250 g Mehl
1 TL Backpulver
180 g Zucker
2 Päckchen Vanillezucker
1/2 Fläschchen Bittermandelaroma
oder 2 cl Amaretto (dann etwas mehr Mehl nehmen)
1 Prise Salz
25 g weiche Butter
2 Eier

So wird's gemacht:

1. Mandeln abziehen (oder gleich abgezogene Mandeln kaufen). Dazu Wasser abkochen und über die Mandeln gießen. 10 Minuten stehen lassen, abgießen und die braune Haut von den Mandeln abziehen und gut abtrocknen. Ihr könnt auch Mandeln mit Haut verwenden, die schmecken aber etwas bitterer.

2. Mehl, Zucker, Backpulver, Vanillezucker und Salz auf die Arbeitsfläche geben und eine Mulde in die Mitte drücken.

3. Bittermandelaroma, Butter und Eier hineingeben.

4. Alle Zutaten zu einem Teig verkneten. Der Teig ist ziemlich klebrig...

5. Zum Schluss die Mandeln in den Teig kneten.

6. Den Teig mit Hilfe von etwas Mehl zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie einwickeln und 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

7. Den ausgeruhten Teig in 6 Stücke teilen und aus jedem Teil eine etwa 25 cm lange Rolle formen.

8. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und auf jedes Blech 3 Teigrollen legen.

9. Im vorgeheizten Backofen bei 200°C die Backbleche nacheinander für 15 Minuten vorbacken.

10. Die Rollen verlaufen beim Backen zu kleinen Laibchen. Diese etwas abkühlen lassen und mit einem sehr scharfen Messer diagonal in etwa 1 cm breite Streifen schneiden.

11. Die Stückchen nun umdrehen, dass die Schnittfläche nach oben zeigt und nochmals 10 Minuten backen. Die Cantuccini sind fertig, wenn die goldbraun gebacken sind.

12. Wenn die Cantuccini abgekühlt sind könnt ihr sie in einer Blechdose aufbewahren (sonst werden sie weich).


Bei uns ist das mit dem Aufbewahren selten möglich. Ich weiß noch nicht genau warum, aber die Cantuccini scheinen bei mir zuhause zu "verdunsten". Kaum sind die Bleche aus dem Ofen fehlt schon eine ganze Menge und noch bevor sie in die Dose kommen nimmt die Menge noch mehr ab :-)

Backt also am Besten gleich die doppelte Menge, damit das Risiko der "Gebäckverdunstung" minimiert wird.

Alles Liebe
Euer Steffen

Dienstag, 28. Oktober 2014

Feldsalat mit Champignons und Walnüssen an Honig-Senf-Dressing

Hallo ihr Lieben,

so wie die Karotten überall andere Namen haben, so fallen mir auch für den Feldsalat zahlreiche Bezeichnungen ein. Die wohlklingendste ist Rapunzel, was ihm sogar zu einer Rolle in einem Märchen der Gebrüder Grimm verholfen hat. Aber so sagt zumindest hier kein Mensch dazu. Von Zuhause kenne ich unter anderem die Namen Ackersalat und "Schofmäuli". Letzteres bedeutet soviel wie Schafmaul. Mir ist leider nicht klar, ob das aufgrund einer Vorlieber der wolligen Tiere oder der Form der Blätter so ist. Vielleicht könnt ihr mich ja aufklären :)

Unabhängig vom Namen ist aber der Geschmack von Feldsalat einzigartig. Sein nussiges Aroma und seine sattgrüne Farbe haben es mir einfach angetan.
Da der Salat nicht sofort zusammenfällt kann man ihn auch hervorragend mit lauwarmen Zutaten kombinieren. Bei uns war der Salat eine Mahlzeit. Wenn ihr ihn nur als Vorspeise serviert reicht die angegebene Menge für 4 bis 5 Portionen.

Für 2 Portionen braucht ihr:

150 g Feldsalat
60 g Walnüsse
200 g Champignons
1 kleine Zwiebel
1 EL Honig
1 EL Butter

Für das Dressing:

4 EL Öl
2 EL Essig
1 EL Senf
1 EL Honig
Salz
Pfeffer

Und so wird's gemacht:

1. Feldsalat putzen und gründlich waschen. Zwiebel fein schneiden.

2. Cmapignons putzen und mit einem Küchenkrepp abreiben. In 1-2 cm große Stücke schneiden.

2. Butter und Honig in einer Pfanne erhitzen.

3. Zwiebel in die Pfanne geben und kurz andünsten. Walnusskerne dazu geben und durchschwenken.

4. Zuletzt die Cmapignons in die Pfanne geben und kurz mit anbraten. Die Pilze müssen nicht durchgebraten werden.

5. Pfanne vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

6. Das Dressing aus Öl, Essig, Honig, Senf, Salt und Pfeffer anrühren und nach Belieben abschmecken. Denkt daran, dass schon Honig an den Nüssen und Pilzen ist und macht das Dressing nicht zu süß.

7. Die Nuss-Pilz-Mischung über den Salat geben und mit dem Dressing übergießen. Alles gut miteinander vermischen und anrichten.


Wenn ihr mögt könnt ihr noch etwas Parmesan darüber hobeln. Der kräftige, salzige Geschmack ist ein toller Kontrast zur süßen Honignote. Anstelle von Parmesan passt auch Ziegenkäse oder schnittfester Ziegenfrischkäse ausgezeichnet dazu.

Viel Freude mit diesem Rezept und alles Liebe
Euer Steffen

Sonntag, 26. Oktober 2014

Gemüsetorte mit Filloteig

Hallo meine Lieben,

mein Fingerfood mit Filloteig und Bulgur-Kichererbsen-Füllung habe ich euch ja schon gezeigt. Da habe ich aber nicht alle Teigblätter verbraucht. Filloteig ist hauchdünn und trocknet sehr schnell aus, daher solltet ihr ihn nicht zu lange im Kühlschrank aufbewahren, wenn die Packung einmal geöffnet wurde.

Ihr könnt damit aber ganz einfach und schnell eine leckere Gemüsetorte backen.

Ihr braucht dafür:

Filloteig (etwa 8 Blätter)
2 Zucchini
2 Zwiebeln
2 Paprikaschoten
2 Knoblauchzehen
200 g Champignons
Olivenöl
flüssige Butter

Und so wird's gemacht:

1. Eine Springform oder Tarteform einfetten.

2. Die Filloteigblätter einzeln in die Form legen und jede Lage mit etwas flüssiger Butter einpinseln. Die einzelnen Blätter immer ein wenig verdrehen beim Übereinanderlegen.

3. Gemüse waschen, putzen und klein schneiden.

4. Olivenöl in der Pfanne erhitzen.

5. Knoblauch und Zwiebeln andünsten, nach und nach das restliche Gemüse dazu geben.

6. In der Pfanne braten bis alles bissfest ist. Das Gemüse soll noch nicht weich gegart sein.

7. Das Gemüse in die Form geben und die Teigblätter darüber schlagen bis das Gemüse abgedeckt ist.

8. Bei 180°C etwa 20 Minuten backen, aus dem Ofen nehmen wenn die Oberseite goldbraun wird.

9. Den Rand von der Form lösen, in Stücke schneiden und genießen.


Durch die Abdeckung mit Filloteig wird die Gemüsetorte sehr knusprig, was zusammen mit der weichen, saftigen Füllung ein herrliches Mundgefühl ergibt.

Das Rezept haben wir aus dem, was an Gemüse noch da war improvisiert, ihr könnt es auch nach eurem Geschmack abwandeln und alles das verarbeiten, was ihr so zu Hause habt. Viel Spaß beim Ausprobieren.

Alles Liebe
Euer Steffen

Samstag, 25. Oktober 2014

Apfelkuchen mit Marzipan-Streuseln und Mandeln

Hallo meine Lieben,

dieses Rezept habe ich spontan erfunden bzw. improvisiert, weil ich verschiedene Lebensmittel zu Hause hatte, die verbraucht werden mussten.
Im Kühlschrank stand noch ein wenig Quark, außerdem hatte ich wieder Äpfel, die ich aus dem Garten mitgebracht habe und die schnell verarbeitet werden mussten, weil sie schon etwas angeschlagen waren. Das Speiseöl war fast leer und ich wollte die Flasche aufbrauchen um Platz für die neue zu schaffen.

Daher habe ich für meinen Apfelkuchen einen Boden aus Quark-Öl-Teig gemacht. Was vom Quark nicht in den Teig gewandert ist, habe ich dann auf dem Boden unter die Äpfel gestrichen.
Für die Streusel habe ich dieses Mal auch eine neue Variante ausprobiert. Ich habe einfach etwas Marzipanrohmasse in die Streusel eingearbeitet.
Gerade so viel, dass es ein schönes Mandelaroma gibt, aber nicht soviel, dass es zu deutlich nach Marzipan schmeckt, obwohl ich diesen Geschmack liebe.

Für den Kuchen braucht ihr:

150 g Quark
6 EL Milch
6 EL Speiseöl
3 EL Zucker
1 Prise Salz
300 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
ca. 500 g Äpfel


Für die Streusel:

70 g Mehl
70 g Zucker
30 g Butter
100 g Marzipanrohmasse


Außerdem:

50 g Mandeln (gehackt oder gehobelt)


Und so wird's gemacht:

1. Backofen auf 180°C bei Ober- und Unterhitze vorheizen.

2. Äpfel schälen, entkernen und in Spalten schneiden.

3. Quark, Milch, Öl, Zucker und Salz gut miteinander verrühren.

4. Mehl und Backpulver mischen und nach und nach zur Quarkmasse geben und verkneten. Ich mache das mit dem Knethaken der Küchenmaschine, aber es geht auch mit der Hand.

5. Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und in eine gefettete Springform geben (26 cm). Einen kleinen Rand formen.

6. Wenn ihr wollt könnt ihr auf den Teigboden jetzt ein paar Esslöffel Quark verteilen und glatt streichen.

7. Den Boden mit den Apfelspalten belegen.

8. Für die Streusel das Marzipan in kleine Stücke zupfen und alle Zutaten mit den Händen oder dem Flachrührer vermischen bis es eine bröselige Masse ist.

9. Die Streusel über den Äpfeln verteilen.

10. Mit Mandelblättchen oder gehackten Mandeln bestreuen.

11. Auf der mittleren Schiene ca. 30 - 35 Minuten backen.


Wenn ihr das Mandelaroma noch hervorheben wollt könnt ihr die Mandeln anrösten oder auch zwei Tropfen Bittermandelaroma in die Streuselmasse geben.

Ich habe vorhin geschrieben, dass ich dieses Rezept "erfunden" hätte. Das stimmt natürlich nur zum Teil. Für Boden, Streusel und Belag habe ich viele Rezepte aufgeschrieben und im Kopf, aber ich habe sie eben heute erstmal auf diese Weise zusammengestellt. Vertraut da einfach eurem Bauchgefühl und überlegt euch, was euch zusammen schmecken würde. Welche Konsistenzen kombiniert ihr gerne? Welches Aroma soll vorherrschen und welche Aromen sollen im Hintergrund wirken?
Mit ein wenig Ausprobieren gelingt euch sicher auch ein toller Kuchen nach einem ganz eigenen Rezept.

Ich freue mich auf eure Kommentare und Nachrichten und hoffe, dass ich euch ein wenig inspirieren konnte.

Alles Liebe
Euer Steffen

Freitag, 24. Oktober 2014

Honig-Ingwer-Karotten mit Bulgur

Hallo meine Lieben,

ich habe euch ja schon erzählt, dass ich vor kurzem in Ägypten im Urlaub war. Die Küche dort hat mich ermutigt, wieder etwas mehr mit Gewürzen und Aromen zu experimentieren und so ist das heutige Rezept entstanden. Einiges davon kennt ihr schon aus meinem Blog, manches habe ich neu erfunden oder neu kombiniert.
Insgesamt war ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Schaut euch einzelnen Komponenten an und entscheidet selbst, ob sie euch gefallen.

Für 4 Portionen braucht ihr:

Honig-Ingwer-Karotten:

600 g Karotten (ich habe violette Ur-Karotten verwendet, weil mir die Farbe so gefällt)
1 EL Honig
1 Stück Ingwer (etwa 2 cm)
30 g Butter
100 ml trockenen Weißwein


Und so wird's gemacht:

Die Karotten putzen und in Stifte oder Scheiben schneiden. Ingwer schälen, fein reiben oder klein hacken und mit Butter und Honig in der Pfanne erhitzen und die Karotten dazu geben. Etwa 5 Minuten in der Honigbutter braten. Dann mit Weißwein ablöschen und die Karotten darin dünsten bis der Wein verkocht ist. Dann weiterbraten bis die Karotten die gewünschte Bissfestigkeit haben.

Wenn ihr eine Sauce dazu wollt gießt den Bratensatz von den Karotten nochmal mit etwa 100 ml Weißwein auf und kocht diesen auf. Dann die Pfanne vom Herd nehmen und 1 EL eiskalte Butter hineinrühren zur Bindung.







Bulgur:

2 Tassen Bulgur
4 Tassen Wasser
1/2 TL Zimt
1/2 TL Koriander (gemahlen)
1/2 TL Kardamom
Salz


Und so wird's gemacht:

Bulgur und Wasser in einem Topf aufkochen. Wenn das Wasser kocht bei nidriger Hitze etwa 7 Minuten weiterkochen bis der Bulgur das Wasser aufgenommen hat.
Die Gewürze dazu geben, gut umrühren und abschmescken.


Orientalisches Fingerfood:

Für 12 Röllchen braucht ihr:

3 Blätter Filoteig (gibt's im gut sortierten Supermarkt oder im türkischen Supermarkt)
200 g abgetropfte Kichererbsen
1/2 Tasse Bulgur
1 Tasse Wasser
Salz
Paprikapulver
Kardamom
Zimt
Koriander
Zitronensaft
2 EL Butter
2 EL Olivenöl



Und so wird's gemacht:

Bulgur und Wasser in einem Topf aufkochen und bei geringer Hitze etwa 7 Minuten kochen bis das Wasser vom Bulgur aufgenommen wurde. Kircherbsen pürieren.
Ich habe eine große Dose Kircherebsen genommen und davon 250 g für das Hummus verwendet, den Rest habe ich dann in diesem Rezept hier verarbeitet. Die Kichererbsenpaste und den Bulgur vermischen und mit den Gewürzen und Zitronensaft so abschmecken wie es euch gefällt. Ich habe etwa 1/2 TL je Gewürz und etwa mehr Paprikapulver verwendet.

Dann teilt ihr die Filoteigblätter in je vier gleich große Teile, setzt einen Esslöffel der Bulgurmasse darauf.

Den Teig einmal darüber klappen und von rechts und links einschlagen.

Dann den Teig aufrollen.

Butter und Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Röllchen darin ausbraten. Umdrehen nicht vergessen :)


Auberginencreme:

Dieses Rezept habe ich bereits hier auf meinem Blog veröffentlicht.




Hummus:

250 g abgetropfte Kichererbsen (das Abtropfwasser nicht wegschütten)
1 Knoblauchzehe
4 TL Tahin (Sesampaste)
3 EL Olivenöl
2 EL Zitronensaft
1 TL Salz
1 TL Kreuzkümmel gemahlen
1 TL Paprikapulver scharf
1 TL Paprikapulver edelsüß

Und so wird's gemacht:

Alle Zutaten zusammen im Universalzerkleinerer zu einer feinen Paste zerkleinern. Wenn die Masse zu trocken ist könnt ihr nach und nach von dem Abtropfwasser dazu geben. Die Masse dickt noch weiter ein je länger sie steht, also kann sie zu Anfang ruhig etwas flüssiger sein.
Mit etwas Paprikapulver bestreuen und servieren.










Zitronen-Minz-Joghurt-Dip:

200 g Joghurt mit hohem Fettgehalt (ca. 10 %)
2 Zweige Minze
Saft einer halben Zitrone
1 Prise Zucker
1/2 TL Salz
Pfeffer
Tabascosauce oder Chilipulver

Und so wird's gemacht:

Minzblätter abzupfen und sehr fein hacken. Zitrone auspressen. Alles mit dem Joghurt vermischen und würzen. Mit Tabasco oder Chili die gewünschte Schärfe einstellen.


Ihr könnt das Fingerfood mit den Dips auch super als Vorspeise servieren und die Karotten mit Bulgur als Hauptgericht. Dann würde ich aber noch eine weitere Komponente, z.B. Auberginen oder Zucchini hinzufügen.


Nachdem NICHTS übrig geblieben ist gehe ich davon aus, dass alles gut geschmeckt hat und ihr die Rezepte beruhigt nachkochen könnt. :)

Alles Liebe
Euer Steffen




Donnerstag, 23. Oktober 2014

Karottentorte - Gelberübentorte - Möhrentorte

Hallo meine Rübchen :)

Karotten, Möhren, Gelberüben. Wahrscheinlich gibt es noch viel mehr Namen für dieses knackige Wurzelgemüse.
In meiner Heimat heißen sie Gelberüben und ich war schon als Kind immer sehr auf die Ernte gespannt, weil ich es so spannend fand zu entdecken, welche Formen man in den Rüben noch sehen konnte. Die selbst angebauten Gelberüben sind ja zum Glück nicht so langweilig gerade wie die gekauften. So kann man mit etwas Fantasie schonmal Tiere, Pflanzen, sogar Gesichter hinein deuten.

Aber egal wie sie aussehen, sie schmecken einfach herrlich knackig und saftig. Ich habe nie verstanden, wieso man Gelberüben zusammen mit Erbsen in Dosen verpackt. Diese Mischung ist mir bis heure zuwider, obwohl ich sowohl Erbsen als auch Karotten sehr mag. Aber eben nicht in dieser Kombination und schon gar nicht in dieser Konsistenz.

Gelberüben sind auch nicht nur als Gemüse gut, sondern eignen sich auch hervorragend zum Backen. Zum Beispiel für eine Gelberübentorte. Die wird sehr luftig, dabei saftig und vor allem richtig hoch und sehr ebenmäßig. Diese Torte macht auf der Kaffeetafel schon ohne viel Dekoration etwas her. Meine Mama verziert sie gern mit selbst gemachten Marzipanrübchen. Das sieht toll aus, aber ich war heute einfach zu faul dafür :)

Für eine 28er Springform braucht ihr:

8 Eier
4 EL warmes Wasser
400 g Zucker
2 Fläschchen Rum-Aroma
6 Tropfen Zitronen-Aroma
180 g Speisestärke
4 TL Backpulver
500 g gemahlene Haselnüsse
400 g Gelberüben


Und so wird's gemacht:

1. Backofen auf 180°C bei Ober- und Unterhitze vorheizen.

2. Gelberüben waschen (wer unbedingt will kann sie auch schälen) und fein raspeln. Hier bin ich immer wieder begeistert von meinem Gemüseschneider zur KitchenAid.

3. Eier trennen. Das Eiweiß zu sehr steifem Schnee schlagen und kalt stellen.

4. Eigelb mit warmem Wasser und Zucker aufschlagen.

5. Aroma dazu geben. (Ihr könnt auch 2 EL Rum und die Schale einer halben abgeriebenen Zitrone nehmen)

6. Speisestärke und Backpulver mischen und abwechselnd mit den Nüssen und geraspelten Gelberüben zur Eiermasse geben und verrühren.

7. Wenn alle Zutaten gut vermischt sind den Eischnee vorsichtig unterheben.

8. Eine Springform mit 28 cm Durchmesser einfetten und einen Rand aus Backpapier einstellen, der mindestens 12 cm hoch ist. Die Torte geht beim Backen sehr stark auf und sinkt dann beim Abkühlen wieder etwas ein. Ohne Backpapier habt ihr eine große Schweinerei im Backofen.

9. Auf der mittleren Schiene eta 55 Minuten backen.

10. In der Form abkühlen lassen. Dann den Rand der Springform entfernen und das Backpapier abziehen. Die Torte dann auf eine Tortenplatte stürzen.

11. Ich habe die Torte mit einer Schokoladenganache aus 200 g Zartbitterkuvertüre und 70 g Schlagsahne überzogen und mit orangen Dekoperlen bestreut.


Als ich das Rezept seit langem einmal wieder hervorgekramt habe bin ich zunächst erschrocken über die vielen Eier. Aber die sind nötig, damit ihr das Volumen und die Standfestigkeit in die Torte bekommt. Natürlich könnt ihr die Torte auch in kleineren Formen backen. Hier solltet ihr aber unbedingt die Menge der Zutaten umrechnen. Die liebe Sally von Sallys Tortenwelt hat dafür eine Umrechnungstabelle erstellt, die ich euch hier einstelle. Wenn dann "krumme" Mengenangaben herauskommen könnt ihr das ruhig nach Gefühl auf oder abrunden. Keiner verlangt von euch, 283,6 g Zucker abzuwiegen :)


Ich freue mich, wenn ihr dieses Rezept einmal ausprobiert und mir einen Kommentar oder eine Nachricht schreibt.

Alles Liebe
Euer Steffen

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Joghurt-Beeren-Dessert

Hallo meine Lieben,

ein Dessert soll eine gute Mahlzeit abrunden und einen tollen Eindruck zum Abschluss hinterlassen. Dafür ist nicht unbedingt viel Aufwand nötig.
Mein Joghurt-Beeren-Dessert wirkt in schönen Gläsern besonders gut und ihr könnt das Rezept auch ganz leicht variieren. Nehmt einfach das, was ihr zu Hause habt.

Für 4 Portionen braucht ihr:

4 Becher Joghurt (z.B. griechischen mit hohem Fettgehalt)
125 g Heidelbeeren oder andere Beeren der Saison
Amarettini (es gehen auch Löffelbiskuits und andere Kekse)
4 TL Honig

Und so wird's gemacht:

Nehmt ein schönes Glasgefäß, z.B. ein Rotweinglas, und gebt 2 EL Joghurt hinein. Darüber kommt eine Schicht aus etwa 5-8 Amarettini und ein EL Heidelbeeren. Wenn ihr die Kekse und Beeren bis zum Rand des Glases verteilt sieht man später die einzelnen Schichten besser.
Dann den restlichen Joghurt darüber geben. Je Portion 1 TL flüssigen Honig darüber träufeln und mit Amarettini und noch ein paar Beeren und wenn vorhanden einem frischen Minzblatt dekorieren.

Anstelle frischer Beeren könnt ihr auch eine Beerenkonfitüre nehmen, dann würde ich aber den Honig weglassen damit es nicht zu süß wird.


Ich habe das Rezept auch schonmal mit zerbröselten Lebkuchen und Himbeeren (aus dem Tiefkühler) gemacht. Das passt ganz wunderbar in die kalte Jahreszeit.

Viel Spaß beim Ausprobieren.

Alles Liebe
Euer Steffen

Montag, 20. Oktober 2014

Karotten-Apfel-Dinkelbrot

Hallo meine Lieben,

nach meinem orientalischen Karottensalat und der Gelberübentorte kommt heute wieder mal ein Brot. Dieses Brot wird mit Dinkelmehl gebacken. Gebäck mit Dinkel wird leicht trocken, aber da braucht ihr hier gar keine Bedenken zu haben. Durch die Karotten und die Äpfel wird das Brot sehr schön feucht, aber trotzdem knusprig. Es passt zu herzhafter Brotzeit aber auch zu süßen Brotaufstrichen. Es schmeckt sogar einfach mit Butter bestrichen köstlich.

Ein großer Vorteil bei diesesm Rezept ist, dass das Brot völlig ohne Gehzeit auskommt und daher ganz spontan und schnell gebacken werden kann.

Für eine Kastenform braucht ihr:

500 g Dinkelmehl Type 1050
50 g Leinsamen
50 g Sonnenblumenkerne
50 g Kürbiskerne
(Ihr könnt auch eine fertige Körnermischung verwenden)
1 gehäufter Teelöffel Salz
2 EL fruchtigen Essig
1/2 Würfel Hefe
oder 1 Päckchen Trockenhefe
1 TL Honig
350 ml lauwarmes Wasser
100 g geraspelte Karotten
150 g geraspelte Äpfel


Und so wird's gemacht:

1. Backofen auf 180°C bei Ober- und Unterhitze vorheizen.

2. Bei den Äpfeln das Kerngehäuse entfernen und wenn nötig schälen und zusammen mit den Karotten grob raspeln.

3. Mehl mit Körnern und Salz in eine Rührschüssel geben.

4. Wenn ihr frische Hefe verwendet vermischt diese mit dem Honig und etwas Wasser. Wenn ihr Trockenhefe verwendet gebt diese einfach zum Mehl und löst den Honig im Wasser auf und gießt es dann zum Mehl.

5. Essig und Salz dazu geben.

6. Mit dem Knethaken oder Flachrührer zu einem Teig verarbeiten. Der Teig ist sehr flüssig.

7. Geraspelte Äpfel und Karotten dazu geben und nochmals verrühren.

8. Eine Kastenform einfetten und den Teig hinein geben.

9. Auf der zweiten Schiene von unten ca. 60 Minuten backen. Nach 10 Minuten Backzeit die Oberfläche einmal längs einschneiden.

Das Brot ist fertig, wenn es beim Klopftest hohl klingt. Das ist bei Kastenbroten immer schwieriger zu testen als bei Brotlaiben, aber wenn das Brot fertig ist lässt es sich auch leicht aus der Form heben und ihr könnt auf den Boden klopfen.


Wenn ich dieses Brot das nächste Mal backe werde ich noch Walnüsse dazu geben, die passen sehr gut zu den Karotten und Äpfeln.

Viel Spaß mit dem Rezept und alles Liebe
Euer Steffen




Sonntag, 19. Oktober 2014

Mehl aus der Steinemühle - Qualität aus Tradition

Hallo ihr Lieben,

bei meinem letzten Besuch in der Heimat habe ich endlich und seit langem einmal wieder den Weg in die Steinemühle gefunden. Diese Mühle wurde 1322 das erste Mal urkundlich erwähnt und ist schon seit 300 Jahren im Besitz der Familie Müller. Auch die Steinemühle verbinde ich mit vielen Erinnerungen an meine Kindheit. Meine Oma, die ganz in der Nähe der Steinemühle aufgewachsen ist hat immer viel davon erzählt, auch weil sie dort in der Mühle ihr Pflichtjahr abgeleistet hatte. Auch ihr Mehl kaufte sie immer bei der Mühle. Damals wurde der große Mehlsack nach Hause geliefert und auf den Dachboden geschleppt. Von dort durfte ich dann immer Mehl holen, wenn Omas Vorrat in der Küche zur Neige ging. Auch an eine Führung durch die Mühle erinnere ich mich gut, besonders an einen spektakulären "Fahrstuhl", den der Müller von Hand bediente.

Wer mehr wissen will kann hier weiter lesen. Ein Besuch im schnuckeligen Mühlenladen lohnt sich immer, denn hier gibt es neben zahlreichen spitzen Mehlsorten auch eine regionale Sepzialität: Grünkern. Dazu kommen auch noch einige Beiträge, aber da braucht ihr noch etwas Geduld.

Grünkern ist unreif geernteter und getrockneter Dinkel. Früher geschag dieses Trocknen in großen "Darren". Das waren kleine Häuschen, in denen der Grünkern auf großen Rosten langsam mit geringer Hitze gedarrt wurde. Durch das Darren wurde dem Grünkern Feuchtigkeit entzogen und er wurde haltbar und lagerfähig.
Grünkern ist sehr vielseitig einsetzbar und gerade für die vegetarische Küche eine tolle Bereicherung, aber auch zum Backen eignet er sich ausgezeichnet.

Ein Rezept habe ich heute nicht für euch, aber dafür ein paar ausführliche Informationen zu den verschiedenen Mehltypen. Ich habe das schonmal in einem früheren Post angerissen, möchte aber hier nochmals etwas dazu schreiben:

Weizen:

Type 405 - Klassisches Haushaltsmehl mit guten Backeigenschaften und Bindevermögen. Für Kuchen und Feingebäcke.

Type 550 - Für Weißbrot und Toastbrot, Brötchen und andere Gebäcke mit goldbrauner Kruste.

Weizendunst (Spätzlemehl) - Griffiges Mehl für Spätzle und Nudeln

Type 1050 - Durch den hohen Schalenanteil wird das Gebäck mit dieser Type in der Krumenfarbe dunkler. Für herzhafte Backwaren und Brote.

Weizenvollkornmehl - Enthält sämtliche Bestandteiles des Korns. Für herzhaftes Gebäck und Brot.


Roggen:

Type 997 bzw. 1150 - Für reine Roggenbrote oder gemischt mit Weizenmehl zur Brotherstellun,g.

Roggenvollkornmehl - Enthält sätmliche Bestandteiles des Korns. Für Vollkornbrote.


Dinkel:

Type 630 - Verwendung wie Weizenmehl Type 405 oder 550.

Type 1050 - Verwendung wie Weizenmehl Type 1050.

Dinkelvollkornmehl - Verwendung wie Weizenvollkornmehl.

Bei Dinkelmehl besteht leicht die Gefahr, dass das Gebäck trocken wird. Dies kann durch eine längere Teigführung vermindert werden oder durch Mischen mit Weizenmehl.


Generell gilt für alle Mehle, dass eine niedrigere Typenzahl ein helleres Mehl und einen niedrigeren Gehalt an Vitaminen und Ballaststoffen bedeutet.


Wenn ihr einmal auf der Suche nach einem schönen Ausflugsziel seid, kann ich euch den Hardheimer Mühlenweg empfehlen. Dieser Wanderweg führt außer an der Steinemühle noch an zahlreichen anderen ehemaligen und noch bestehenden Mühlen vorbei durchs Erftal. Die Landschaft ist sehr schön und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich hervorragend verköstigen zu lassen.

Alles Liebe
Euer Steffen


Samstag, 18. Oktober 2014

Gewürzfladen

Hallo meine Lieben,

heute bekommt ihr das Rezept für meine Gewürzfladen. Dieses würzige Brot passt hervorragend zur orientalischen oder auch mediterranen Küche. Da ich aber kein Freund solch fester Kategorien bin finde ich, es passt so ziemlich zu allem und es schmeckt einfach ausgezeichnet :-)

Für 8 kleine Fladen braucht ihr:

500 g Weizenmehl
1 TL Kümmel (gemahlen)
1 TL Koriander (gemahlen)
1 TL Anis (gemahlen)
3 TL Fenchelsamen (ganz)
1 TL Zucker
1 TL Salz
1 Päckchen Trockenhefe oder
1/2 Würfel frische Hefe
3 EL Butter oder Margarine
1/4 Liter Milch
Salzwasser zum Bestreichen



Und so wird's gemacht:

1. Das Mehl in eine Schüssel sieben und mit Salz, Kümmel, Koriander und Anis mischen.

2a. Wenn ihr mit firscher Hefe arbeitet, die Milch auf etwa 30°C erhitzen, die Hefe hinein bröckeln und den Zucker dazu geben. Gut verrühren und etwa 10 Minuten stehen lassen. Dann zum Mehl geben.

2b) Wenn ihr Trockenhefe verwendet, gebt diese einfach zum Mehl und den Gewürzen dazu und gießt die lauwarme Milch hinzu.

3. Die Butter schmelzen und abkühlen lassen. Den Backofen auf 200°C vorheizen (Ober- und Unterhitze)

4. Alles mit dem Knethaken der Küchenmaschine zu einem glatten Teig kneten, der leicht glänzt und nicht mehr klebt.

5. Die Schüssel mit einem Deckel oder mit Frischhaltefolie abdecken und den Teig etwa 30 Minuten gehen lassen.

6. Auf der bemehlten Arbeitsfläche den Teig gut durchneten, eine Kugel formen und zurück in die Schüssel geben. Abgedeckt nochmals 30 Minuten gehen lassen.

7. Den Teig in 8 gleich große Stücke schneiden (mit der Küchenwaage nochmals nachprüfen und evtl. angleichen).

8. Die Teigstücke zu Kugeln rollen und platt drücken.

9. Eine Dauerbackfolie oder Backpapier auf zwei Backbleche legen und je 4 Fladen auf die Bleche legen.

10. Die Fladen mit Salzwasser bepinseln und mit den Fenchelsamen bestreuen.

11. Auf der mittleren Schiene eta 20-25 Minuten nacheinander backen. Die Fladen, die als letztes in den Ofen kommen mit Frischhaltefolie abdecken bis es soweit ist.


Wenn ihr die Gewürze nicht gemahlen zu Hause habt könnt ihr sie entweder ganz in den Mörser geben und zerstoßen oder ihr nehmt einfach die ganzen Körner, gebt davon die Hälfte in den Teig und bestreut mit der anderen Hälfte die Fladen vor dem Backen. Noch einfacher geht es, wenn ihr bereits fertig gemischtes Brotgewürz verwendet.

Ich wünsche euch viel Freude beim Backen und alles Liebe
Euer Steffen

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Käsekuchen

Hallo meine Lieben,

in jeder Rezeptesammlung gibt es doch Einträge, die mit besonderen Menschen verknüpft sind. Sei es, weil einem das Rezept oder die Person dahinter besonders am Herzen liegt. Im Idealfall ist man beiden eng verbunden. So verhält es sich auch mit meinem Lieblingsrezept für Käsekuchen. Es trägt bei mir den Namen "Gittas Käsekuchen", obwohl ich keine Gitta kenne. Das Rezept habe ich von der Mutter eines meiner engsten Freunde. Demnach müsste es eigentlich "Monikas Käsekuchen" heißen. Aber Monika nennt den Kuchen auch "Gittas Käsekuchen" und ich vermute, dass zumindest ihr eine Gitta bekannt ist.

Wer auch immer Gitta sein mag - ihr Rezept ergibt einen wundervollen Käsekuchen mit einer perfekten Kombination aus Mürbeteigboden und cremiger Käsefüllung, nicht zu süß, frisch im Geschmack und ohne die Gefahr eingerissener Oberflächen. Also herzlichen Dank, liebe unbekannte Gitta! Und natürlich auch an die liebe Monika, ohne die ich den Kuchen nicht backen könnte.


Für eine 24er Springform braucht ihr:

Für den Mürbeteig:

1 Ei
75 g Zucker
75 g Butter
200 g Mehl
1 TL Backpulver


Für die Käsecreme:

750 g Quark
150 g Zucker
1 Ei
1 Eigelb
40 g Speisestärke
1 Vanilleschote
1/2 Zitrone
400 ml Milch
1 Tasse Speiseöl



Und so wird's gemacht:

1. Die Zutaten für den Teig mit den Händen oder dem Flachrührer der Küchenmaschine zu einem glatten Teig verarbeiten. In Frischhaltefolie einwickeln und 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

2. Backofen auf 180°C bei Ober- und Unterhitze vorheizen.

3. Die Zitrone auspressen.

4. Vanilleschote mit einem scharfen Messer längs halbieren und das Mark auskratzen. Die übrige Schote nicht wegwerfen. Aus ihr kann man hervorragend Vanillezucker herstellen oder einen Pudding kochen.
Wenn ihr keine Vanille zu Hause habt könnt ihr statt Stärke und Vanilleschote auch ein Päckchen Puddingpulver verwenden. Ich nehme das nicht so gern, da hier auch immer Konservierungsstoffe und Aromen enthalten sind, aber es funktioniert.

5. Alle Zutaten für die Creme in eine Rührschüssel geben und mit niedriger Geschwindigkeit mit dem Flexirührer oder einem Schneebesen zu einer gleichmäßigen Masse verrühren.

6. Eine Springform einfetten und den Teig mit den Händen oder einer Teigrolle hineindrücken. Die Masse reicht auch für eine Form mit 26cm Durchmesser, dann müsst ihr den Boden aber sehr dünn ausrollen. Einen etwa 2-3 cm hohen Rand formen.

7. Die Käsecreme auf den Teigboden gießen.

8. Etwa 60-70 Minuten backen, je nachdem wie dunkel ihr den Kuchen mögt. Ich mag es, wenn der Kuchen nur am Rand leicht goldbraun wird und in der Mitte noch schön hell ist.


Diesen Kuchen habe ich schon unzähliche Male gebacken und er ist mir noch nie eingerissen. Ich wünsche euch viel Erfolg und freue mich auf eure Kommentare.

Alles Liebe
Euer Steffen

Dienstag, 14. Oktober 2014

Obstbäume pflanzen

Hallo meine Lieben,

der Volksmund sagt, dass ein Mann im Leben drei Dinge tun soll:
1. Ein Haus bauen
2. Einen Sohn zeugen
3. Einen Baum pflanzen

Zu Nummer 1 kommen wir hoffentlich noch, Nummer 2 lassen wir definitiv aus und haben heute mit Nummer 3 angefangen. Um sicher zu gehen und vielleicht auch den einen oder anderen Punkt der Liste zu kompensieren haben wir gleich vier Bäume gepflanzt.

Ich habe euch ja schon von dem Garten meiner Schwiegereltern in den Veitshöchheimer Weinbergen erzählt. Dort gibt es ein Gartenhaus und einen gigantischen Walnussbaum. Daneben noch einen Quitten-, 5 Apfel-, einen Sauerkirsch- und 4 Zwetschgenbäume, die aber alle mindestens 50 Jahre alte Hochstämme sind und deren Ertrag sehr stark schwankt bzw. immer öfter auch ganz ausfällt.
Schon seit einiger Zeit hat meine Schwiegermama immer mal wieder erwähnt, dass sie sich einen Pfirsichbaum und einen Birnbaum im Garten wünscht und außerdem auch einen Kirschbaum (aber mit süßen und knackigen Kirschen!) wünscht. Vom bloßen Wünschen wächst aber kein Baum also haben wir heute morgen zu dritt eine Baumschule aufgesucht und uns vier Halbstämme ausgesucht. Wir haben uns auch in der Gartenabteilung eines Baumarktes umgesehen, fanden die Auswahl dort aber sehr bescheiden. Unsere Wahl fiel dann auf:

1. Pfirsich "Kernechter vom Vorgebirge"
2. Kirsche "Burlat Knorpelkirsche"
3. Birne "Conference"
4. Birne "Harrow Sweet"

Wer sich jetzt fragt, wieso es zwei Birnen wurden - das habe ich auch heute erst gelernt. Birnen sind nicht selbstfruchtend. Das bedeutet, es muss ein zweiter Birnbaum im Umkreis von ca. 500 Metern stehen, dessen Sorte auch noch zu unserer passt, damit sich die Bäume gegenseitig befruchten können und somit überhaupt Birnen wachsen können. Da sich dort soweit das Auge reicht aber nur Wein, Apfel- und Walnussbäume finden, haben wir zwei zueinander passende Birnbäume ausgewählt.

Das war also geschafft. Jetzt kam die nächste Herausforderung: Wie verpacke ich vier Obstbäume in einem Peugeot 206? Alles kein Problem. Mein kleiner Flitzer hat schon zwei enorme Christbäume auf einmal transportiert, da lächelt der doch nur müde über diese Aufgabe :)

Das wirklich Schwierige war danndas Ausheben der Pflanzlöcher. Wer unsere Weinberge hier kennt weiß, dass das Muschelkalkböden sind. Und an manchen Stellen habe ich mich echt gewundert, noch etwas Erde zwischen den Steinen zu finden. Wir haben uns mit Schaufel, Spaten und Hacke zentimeterweise vor gearbeitet. Die Pflanzlöcher sollten etwa doppelt so breit und eineinhalb mal so tief wie der Wurzelballen sein. Die Erde am Boden des Loches wird mit dem Spaten gelockert und dann kommt eine Schicht Pflanzerde in das Loch. Darauf wird dann der Baum gestellt und gerade ausgerichtet. Wir haben Obstgehölze im Container (ich hätte "Blumentopf" dazu gesagt) gekauft.

Anschließend wird das Pflanzloch mit einem Gemisch aus Pflanzerde und Aushub (was nach dem heraussammeln der Steine davon übrig war) aufgefüllt und gut angetreten, damit keine Luft um die Wurzeln ist sondern der Boden gut anschließt. Um das Pflanzloch herum aus dem restlichen Aushub einen Gießrand aufschütten, dass das Wasser später an die Wurzel kommt und nicht den Hang hinunter fließt.

Damit die kleinen Bäumchen dem Wind standhalten werden noch Pfosten eingeschlagen und die Bäume mit einem Seil aus Sisal oder Kokosfasern angebunden. Das Seil muss dabei so locker bleiben, dass der Stamm nicht zu fest abgeschnürt ist und noch Platz zum Wachsen hat. Den Pfosten am Besten schräg einschlagen, da bei Wind die Zugkräfte dann nicht so leicht dazu führen, dass er sich lockert.

Zuletzt haben wir jeden Baum mit etwa 40 Litern Wasser angegossen. Das Gießen übernimmt in den nächsten Tagen vermutlich der Regen. Wenn der aber ausbleibt habe ich jetzt alle zwei Tage eine Aufgabe. Wasser bekommen wir im Garten aus einer Zisterne und fördern es mit Muskelkraft mit einer Handpumpe nach oben, denn Strom gibt es dort nicht.

Als die vier Bäume endlich an ihrem neuen Platz standen waren wir beide komplett erledigt, aber auch sehr stolz auf unser Werk und glücklich. Jetzt müssen wir nur noch etwa 3 Jahre Geduld haben, bis sie Bäume auch Früchte tragen. Ich freu mich schon drauf!

Emma und Cara haben den Ausflug in den Garten auch wieder sehr genossen. Emma hat sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und sich dekorativ in Pose geworfen und Cara hatte die Bauaufsicht und musste jeden unserer Arbeitsschritte kontrollieren, dass auch wirklich alles ordentlich ausgeführt wird.

In Kürze werden wir noch zwei Holunderbüsche pflanzen und dann wird der Garten im Winter sich selbst überlassen. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr und hoffe auf reiche Ernte von den alten Bäumen und viele schöne Tage mit den Hunden und der Familie im Garten.

Alles Liebe
Euer Steffen