Dienstag, 14. Oktober 2014

Obstbäume pflanzen

Hallo meine Lieben,

der Volksmund sagt, dass ein Mann im Leben drei Dinge tun soll:
1. Ein Haus bauen
2. Einen Sohn zeugen
3. Einen Baum pflanzen

Zu Nummer 1 kommen wir hoffentlich noch, Nummer 2 lassen wir definitiv aus und haben heute mit Nummer 3 angefangen. Um sicher zu gehen und vielleicht auch den einen oder anderen Punkt der Liste zu kompensieren haben wir gleich vier Bäume gepflanzt.

Ich habe euch ja schon von dem Garten meiner Schwiegereltern in den Veitshöchheimer Weinbergen erzählt. Dort gibt es ein Gartenhaus und einen gigantischen Walnussbaum. Daneben noch einen Quitten-, 5 Apfel-, einen Sauerkirsch- und 4 Zwetschgenbäume, die aber alle mindestens 50 Jahre alte Hochstämme sind und deren Ertrag sehr stark schwankt bzw. immer öfter auch ganz ausfällt.
Schon seit einiger Zeit hat meine Schwiegermama immer mal wieder erwähnt, dass sie sich einen Pfirsichbaum und einen Birnbaum im Garten wünscht und außerdem auch einen Kirschbaum (aber mit süßen und knackigen Kirschen!) wünscht. Vom bloßen Wünschen wächst aber kein Baum also haben wir heute morgen zu dritt eine Baumschule aufgesucht und uns vier Halbstämme ausgesucht. Wir haben uns auch in der Gartenabteilung eines Baumarktes umgesehen, fanden die Auswahl dort aber sehr bescheiden. Unsere Wahl fiel dann auf:

1. Pfirsich "Kernechter vom Vorgebirge"
2. Kirsche "Burlat Knorpelkirsche"
3. Birne "Conference"
4. Birne "Harrow Sweet"

Wer sich jetzt fragt, wieso es zwei Birnen wurden - das habe ich auch heute erst gelernt. Birnen sind nicht selbstfruchtend. Das bedeutet, es muss ein zweiter Birnbaum im Umkreis von ca. 500 Metern stehen, dessen Sorte auch noch zu unserer passt, damit sich die Bäume gegenseitig befruchten können und somit überhaupt Birnen wachsen können. Da sich dort soweit das Auge reicht aber nur Wein, Apfel- und Walnussbäume finden, haben wir zwei zueinander passende Birnbäume ausgewählt.

Das war also geschafft. Jetzt kam die nächste Herausforderung: Wie verpacke ich vier Obstbäume in einem Peugeot 206? Alles kein Problem. Mein kleiner Flitzer hat schon zwei enorme Christbäume auf einmal transportiert, da lächelt der doch nur müde über diese Aufgabe :)

Das wirklich Schwierige war danndas Ausheben der Pflanzlöcher. Wer unsere Weinberge hier kennt weiß, dass das Muschelkalkböden sind. Und an manchen Stellen habe ich mich echt gewundert, noch etwas Erde zwischen den Steinen zu finden. Wir haben uns mit Schaufel, Spaten und Hacke zentimeterweise vor gearbeitet. Die Pflanzlöcher sollten etwa doppelt so breit und eineinhalb mal so tief wie der Wurzelballen sein. Die Erde am Boden des Loches wird mit dem Spaten gelockert und dann kommt eine Schicht Pflanzerde in das Loch. Darauf wird dann der Baum gestellt und gerade ausgerichtet. Wir haben Obstgehölze im Container (ich hätte "Blumentopf" dazu gesagt) gekauft.

Anschließend wird das Pflanzloch mit einem Gemisch aus Pflanzerde und Aushub (was nach dem heraussammeln der Steine davon übrig war) aufgefüllt und gut angetreten, damit keine Luft um die Wurzeln ist sondern der Boden gut anschließt. Um das Pflanzloch herum aus dem restlichen Aushub einen Gießrand aufschütten, dass das Wasser später an die Wurzel kommt und nicht den Hang hinunter fließt.

Damit die kleinen Bäumchen dem Wind standhalten werden noch Pfosten eingeschlagen und die Bäume mit einem Seil aus Sisal oder Kokosfasern angebunden. Das Seil muss dabei so locker bleiben, dass der Stamm nicht zu fest abgeschnürt ist und noch Platz zum Wachsen hat. Den Pfosten am Besten schräg einschlagen, da bei Wind die Zugkräfte dann nicht so leicht dazu führen, dass er sich lockert.

Zuletzt haben wir jeden Baum mit etwa 40 Litern Wasser angegossen. Das Gießen übernimmt in den nächsten Tagen vermutlich der Regen. Wenn der aber ausbleibt habe ich jetzt alle zwei Tage eine Aufgabe. Wasser bekommen wir im Garten aus einer Zisterne und fördern es mit Muskelkraft mit einer Handpumpe nach oben, denn Strom gibt es dort nicht.

Als die vier Bäume endlich an ihrem neuen Platz standen waren wir beide komplett erledigt, aber auch sehr stolz auf unser Werk und glücklich. Jetzt müssen wir nur noch etwa 3 Jahre Geduld haben, bis sie Bäume auch Früchte tragen. Ich freu mich schon drauf!

Emma und Cara haben den Ausflug in den Garten auch wieder sehr genossen. Emma hat sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und sich dekorativ in Pose geworfen und Cara hatte die Bauaufsicht und musste jeden unserer Arbeitsschritte kontrollieren, dass auch wirklich alles ordentlich ausgeführt wird.

In Kürze werden wir noch zwei Holunderbüsche pflanzen und dann wird der Garten im Winter sich selbst überlassen. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr und hoffe auf reiche Ernte von den alten Bäumen und viele schöne Tage mit den Hunden und der Familie im Garten.

Alles Liebe
Euer Steffen



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