Sonntag, 21. September 2014

Tagliatelle mit Kürbis und Walnusspesto

Hallo ihr Lieben,

Kürbisse sind ja wirklich tolle Gewächse. Schon als Kind habe ich mit Staunen festgestellt, was man aus einem einzigen Kürbiskern für gewaltige Kürbisse entstehen können. Auf einem Stückchen "eigenem Land" im Garten meiner Eltern habe ich alles mögliche angebaut und ausprobiert, mit gemischten Erfolgen. Kürbisse sind aber immer gewachsen, genug Wasser vorausgesetzt. Mein größtes Exemplar war von der Sorte "Atlantic Giant" und brachte es auf sage und schreibe 47 Kilo!
Diese Dimension stellte mich dann vor eine ganz neue Herausforderung: Was um Himmels Willen macht man denn mit so viel Kürbis?

Die Lösung ist so einfach wie vielfältig. Man macht einfach so ziemlich alles daraus. Ob Kürbiskuchen, Kürbisbrot, Kürbissuppe, gebratener Kürbis oder sogar Kürbismarmelade, die Verwendungsmöglichkeiten sind mindestens so zahlreich wie die Sorten. In der Küche kommt ja meist der kleine runde Hokkaidokürbis zum Einsatz. Bei diesem muss man die Schale nicht entfernen. Sehr beliebt ist auch der Butternut-Kürbis, der ein sehr zartes und dem Namen entsprechend buttrig-nussiges Aroma hat. Man sollte aber auch die vielen anderen Sorten, z.B. Muskatkürbis einmal ausprobieren. Sie alle haben ihren Reiz und ganz besonders feine Geschmacksnoten.

Bei meinem heutigen Rezept habe ich wirklich sehr viel selbst gemacht. Die Pasta ist selbst hergestellt und selbst die Walnüsse habe ich im Garten meiner Schwiegereltern gesammelt. Wenn neben meiner Leidenschaft für gute Küche noch so viel "Eigenes" mit einfließt macht mir das Kochen und Backen gleich doppelt so viel Freude :-)

Wer jetzt nicht so viel Zeit in der Küche verbringen will, dem empfehle ich entweder die KitchenAid Artisan Küchenmaschine mit Pastazubehör (das ich mir unbedingt auf meinen Wunschzettel schreiben muss) oder eben doch den Griff ins Nudelregal des örtlichen Tante-Emma-Ladens :-)

Die Nudeln könnt ihr super vorbereiten und trocknen. Da sie kein Salz enthalten können die Nudeln in Vorratsdosen oder -gläsern aufbewahren. legt die Nudeln zum Trocknen einfach auf saubere Geschirrtücher aus und wendet sie auch ein- oder zweimal bis sie nach rund 24 Stunden richtig durchgetrocknet sind.


Für 4 Portionen braucht ihr:

Für die Pasta:

400 g Mehl (Tipo 00 oder Pasta-/Spätzlemehl)
4 Eier
4 EL Olivenöl

Für das Pesto:

80 g Walnusskerne
50 g Parmesan
50 ml sehr gutes Olivenöl

außerdem:

800 g Kürbisfleisch (ohne Schale und Kerne)
2 EL Olivenöl
2 Knoblauchzehen
1 Chilischote
200 ml Orangensaft
oder Weißwein
2 EL kalte Butter
Salz
Parmesan zum Bestreuen


Und so wirds gemacht:

1. Aus Mehl, Eiern und Öl einen Nudelteig herstellen. Bitte nehmt dafür auf keinen Fall normales Weizenmehl Type 405, die Pasta wird matschig und grau.
Das Kneten überlasse ich gern meiner Küchenmaschine. Ihr könnt es auch mit den Händen machen, aber das ist eine anstrengende Arbeit.

2. Wenn der Pastateig fertig geknetet ist wickelt ihr ihn in Frischhaltefolie ein und lasst ihn etwa 20 Minuten ruhen.

3. Den Teig in 8 Portionen aufteilen. Mit einer handbetriebenen Nudelmaschine jetzt zunächst die Teigportionen in Platten rollen. Mit dem größen Walzenabstand beginnen und die einzelnen Portionen mehrmals durchdrehen und danach immer wieder zusammenfalten. So bekommt ihr eine schönere Form und einen viel geschmeidigeren Teig hin.

Ich mache das immer zuerst mit allen Portionen auf der dicksten Stufe, dann wieder alle eine Stufe dünner, bis die gwünschte Stärke erreicht ist. Wenn ihr die Teigplatten aufeinander legt streut immer etwas Pastamehl dazwischen, sonst kleben sie aneinander.

4. Die dünn ausgerollten und bemehlten Teigplatten nun mit der Walze für Bandnudeln schneiden und auf ein Küchentuch auslegen. Darauf achten, dass nicht zuviele Nudeln übereinander liegen.

5. Für das Pesto die Walnusskerne in einem Universalzerkleinerer (z.B. Moulinette) fein hacken und in einer Pfanne goldbraun rösten.

6. Parmesan reiben oder ebenfalls im Zerkleinerer fein mahlen.

7. Walnüsse und Parmesan zusammen mit 50 ml Olivenöl zu einem feinen Pesto pürieren. Wenn die Masse zu fest ist noch etwas Öl dazu geben.

8. Das Kürbisfleisch in 1-2 cm große Würfel schneiden. 2 EL Olivenöl in die Pfanne geben und Kürbiswürfel darin anbraten.

9. Wenn die Kürbisstücke leicht anbräunen ca. 120 ml Wasser aufgießen und bei mittlerer Hitze weiterdünsten bis die Kürbiswürfel weich sind.

10. Knoblauchzehen schälen, Chilischote waschen und entkernen. Beides fein hacken und zum Kürbis geben.

11. Die Tagliatelle in kochendem Salzwasser garen bis sie "al dente" also bissfest sind und dann abgießen. Bei mir hat das ca. 7 Minuten gedauert. Je trockener die Pasta umso länger die Kochzeit.
12. Orangensaft zum Kürbis gießen und kurz aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und die kalte Butter darunter rühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.

13. Pasta zum Kürbis geben und Pesto unterrühren.

14. Auf vier Teller verteilen und Parmesan darüber hobeln und genießen.
Wer die Kombination von Kürbis und Orange nicht mag kann den Orangensaft durch Weißwein ersetzen oder auch einfach dieselbe Menge Wasser und einen Schuss Aceto Balsamico nehmen. Wichtig ist nur, dass ein wenig Säure ans Gericht kommt, da der Geschmack sonst einfach nicht rund ist. Ihr könnt es auch mal mit Rotwein probieren, dann schaut's aber farblich einfach nicht mehr so nach Kürbis aus.

Viel Freude mit diesem Rezept. Schreibt mir einen Kommentar wie es euch gefällt.

Alles Liebe
Euer Steffen

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