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Freitag, 27. Dezember 2019

Orangen-Tiramisu - Ohne Alkohol und Eier - für Kinder

Hallo meine Lieben,

Mein Lieblings-Tiramisu habe ich euch ja schon vorgestellt und das hat es ja - geschmacklich und prozentlich - ganz schön in sich. Leider also nix für die kleinen Gäste an der Tafel. Daher habe ich noch eine ganz tolle Version ohne rohe Eier und ohne Alkohol für euch.

Nicht nur Kinder, auch die großen, haben das Rezept sehr gelobt und ich möchte es gern mit euch teilen und eure Meinungen dazu wissen. Probiert es also am besten gleich mal aus und schreibt mir einen Kommentar oder eine Nachricht.

Für eine Auflaufform mit ca. 30 x 20 cm braucht ihr:
etwa 200 g Löffelbiskuits
250 g Mascarpone
200 g Schlagsahne
200 ml Milch
1 EL Trink-Kakao (z.B Kaba)
50 g Zucker
1 EL Haselnusskrokant
3-4 Bio-Orangen
1 TL San-Apart oder Sahnesteif


So wird's gemacht:

1. Die Orangen mit einem scharfen Messer von der Schale und der weißen Haut befreien und dann die einzelnen Filets herauslösen. Den Saft auffangen und die Orangenreste auspressen.

2. 50 ml Orangensaft abmessen und mit 50 g Zucker aufkochen. Den Sirup dann beiseite stellen und abkühlen lassen.

3. Milch etwas erwärmen und mit dem Kakaopulver mischen. Die Löffelbiskuits kurz in die Trinkschokolade tunken und dann die Form damit auslegen.

4. Mascarpone in eine Rührschüssel geben und gut durchrühren. Sahne steif schlagen, San-Apart unterrühren und dann vorsichtig unter die Mascarpone heben.

5. Auf den Löffelbiskuits eine Lage Orangenfilets verteilen und alles mit der Mascarponecreme bedecken. Mit einem Löffel Wellen in die Creme ziehen.

6. Vor dem Servieren mit dem Orangensirup beträufeln und mit Krokant bestreuen.


Ihr könnt natürlich anstelle der Kinderversion auch das Rezept für das klassische Tiramisu mit Orangen verfeinern. Anstelle der Orangenfilets könnt ihr auch eine dünne Lage Mangopüree (mit etwas Gelatine stabilisiert) nehmen oder je nach Jahreszeit auch Heidelbeeren, Himbeeren oder in dünne Scheiben geschnittene Erdbeeren.

Ich bin auf eure Rückmeldungen gespannt.

Alles Liebe
Euer Steffen

Donnerstag, 1. November 2018

Orangen-Karotten-Kuchen

Hallo meine Lieben,

fruchtig-frische Zitronenkuchen kennt wahrscheinlich jeder. Seltsam finde ich, dass Zitronen so häufig Verwendung finden, während Orangen beim Backen doch recht selten vorkommen. Ich habe also gezielt nach einem leckeren Rezept mit Orangen gesucht. Und um in der Farbfamilie zu bleiben habe ich auch gleich noch eine Karotte mit verarbeitet.
Außerdem kommen dieses Mal auch Haferflocken und Vollkornmehl zum Einsatz, sodass der Kuchen auch noch ein paar wertvolle Inhaltsstoffe hat. Als würde es nicht ausreichen, so unglaublich fruchtig und lecker zu sein... 😊

Das Rezept ist auf Tassen ausgelegt, oder Cups. Ich gebe euch aber auch die Grammzahlen an. Wenn ihr keine Messerbecher für Cups habt kann ich euch dieses Set nur wärmstens empfehlen. Es geht so Vieles so viel leichter damit.

Für eine Kastenform mit 22 cm braucht ihr:
🖨 Rezept als PDF

1 Cup (150 g) Mehl
1/2 Cup (75 g) Weizen-Vollkornmehl
1/2 Cup (50 g) Haferflocken
1/2 Cup (100 g) Zucker
1 1/2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1/4 TL Salz
Abrieb einer Bio-Orange
1 Karotte
1 Ei
3/4 Cup (180 ml) Orangensaft
1/4 Cup (60 ml) Rapsöl


So wird's gemacht:

1. Den Ofen auf 180ºC bei Ober-/Unterhitze vorheizen und eine Kuchenform mit Butter einfetten oder mit Backpapier auslegen.

2. In einer Schüssel Mehl, Haferflocken, Zucker, Backpulver, Natron und Salz mischen.

3. In einer zweiten Schüssel Ei, Öl und Orangensaft miteinander verrühren.

4. Karotte waschen und fein reiben. Danach die geriebenen Karotten zu der trockenen Mischung geben und alles gut vermischen.

5. Jetzt die flüssigen Zutaten zu den trockenen geben und gründlich verrühren. Anschließend den Teig in die Form füllen.

6. Auf der mittleren Schiene etwa 55 Minuten backen. Stäbchenprobe machen. Den Kuchen mit dem Backpapier aus der Form heben und auf einem Rost auskühlen lassen.


Wenn ihr wollt könnt ihr den Kuchen noch mit einer Glasur aus Puderzucker und Orangenschaft bestreichen und mit ein paar Orangenzesten dekorieren.

Viel Freude beim Backen und Genießen und alles Liebe
Euer Steffen

Samstag, 15. Juli 2017

Mohn-Dattel-Schnecken

Hallo meine Lieben,

wenn kleine Kinder sprechen lernen fängt es meist mit einfachen Worten an. Im Laufe der Zeit werden es mehr Worte und diese werden dann aneinander gefügt. Irgendwo schnappt das Kind dann neue Worte auf und die Eltern sind ganz verblüfft, woher der/die Kleine das nun wieder hat. Ist der Wortschatz erst einmal groß genug steigt die Zahl der Kombinationsmöglichkeiten immens an und das Kind kann sich immer besser und ausdrücken. Übrigens geht es uns "Großen" genauso, wenn wir eine Fremdsprache erlernen.

Warum erzähle ich euch hier über Worte und Sprache? Nun, in gewisser Weise verhält es sich mit Kochen und Backen auch wie mit einer Sprache. Zuerst einmal lernen wir einfache, kleine Gerichte zu kochen. Manche fangen mit Wasser, Tee oder Kaffee an. Dann irgendwann die erste eigene Pasta, der erste Kuchen - vielleicht noch eine Backmischung. So erweitern wir unseren "Wortschatz" in der Küche. Je umfangreicher unser Wortschatz ist, desto leichter fällt es uns, neue Worte zu erfinden, oder bekannte zu kombinieren und daraus etwas Neues zu erschaffen.

Ich habe für mein heutiges Rezept einfach drei "Worte" kombiniert, die alle nicht ins fortgeschrittene Vokabular gehören. Mein Hefeteig-Grundrezept, eine Mohnfüllung und Datteln. Keine große Herausforderung also, aber ein tolles Ergebnis.

Ihr braucht dafür:
🖨 Rezept als PDF

250 g Mehl
1/2 Würfel Hefe
40 g Zucker
40 g Butter
125 ml Milch
1 Prise Salz

250 g Mohnfüllung
(fertig oder selbst gemacht)
100 g Datteln

1/2 TL abgeriebene Orangenschale
ggf. Puderzucker für Glasur


So wird's gemacht:

1. Mehl in eine Schüssel sieben, eine Mulde in die Mitte drücken und die Hefe hinein bröckeln. Milch und Zucker dazu geben und zu mit der Hefe zu einem Brei verrühren. 10 Minuten stehen lassen. Danach die Butter und das Salz dazu geben und alles zu einem geschmeigen Teig verkneten.

2. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort mindestens eine halbe Stunde gehen lassen. Das Volumen sollte sich ungefähr verdoppeln.
Währenddessen die Datteln mit lauwarmem Wasser übergießen bis sie gerade so bedeckt sind und einweichen lassen.

3. Den aufgegangenen Hefeteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche noch einmal durchkneten. Dann zu einem Rechteck von ca. 50 x 40 cm ausrollen. Backofen auf 175°C bei Ober-/Unterhitze vorheizen.

4. Die eingeweichten Datteln gut ausdrücken. Das Wasser dabei auffangen und beiseite stellen.

5. Anschließend die weichen Datteln sehr fein hacken oder besser im Mixer fein zerkleinern. Die Dattelmasse vermischt ihr jetzt mit der Mohnfüllung. Ihr könnt nach Belieben noch mit etwas Orangenblütenwasser oder abgeriebener Orangenschale und Zimt würzen.

6. Die Mohn-Dattel-Masse auf dem Teig Versteichen und diesen dann von der langen Seite her aufrollen. In gleichmäßige Stücke schneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Wenn ihr das Ende der Rolle nach unten einschlagt gehen die Schnecken beim Backen nicht so leicht auseinander.



7. Auf der mittleren Schiene etwa 15 bis 20 Minuten backen.



8. Puderzucker mit etwas vom Einweichwasser der Datteln anrühren und die Schnecken damit glasieren.


Ich bin gespannt darauf wie euch das Rezept gefällt. Schreibt mir doch eine Nachricht oder einen Kommentar mit eurer Meinung.

Alles Liebe
Euer Steffen

Samstag, 5. November 2016

Tiramisu

Hallo meine Süßen,

habt ihr eine Lieblingsnachspeise? Ich gebe zu, ich wüsste auf diese Frage wahrscheinlich keine spontane Antwort. Jedenfalls nicht NUR EINE. Da gibt es ja sooooo viel. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto eher drehen sich meine Gedanken um Tiramisu. Tiramisu geht einfach immer! Wörtlich übersetzt heißt das ja so viel wie "zieh mich hoch" und genau das klappt ja immer prima. Tiramisu ist also sowas wie ein leckeres Antidepressivum :-) Diese Wirkung hat sonst nur Nutella, wenn man es mit dem Löffel isst :-D

Tiramisu gibt es in verschiedenen Variationen, aber ich zeige euch heute nur meine Lieblingsversion. Die Menge reicht als Dessert gut für 8 bis 10 Portionen, aber genau kann ich das nicht sagen, denn es ist noch nie etwas übrig geblieben. Ich mache das Tiramisu meistens in einer großen Glasschüssel oder Auflaufform. Ihr könnt es auch in einem Backrahmen machen, dann lässt es sich später schöner aufschneiden, aber dafür schlechter transportieren.

Ihr braucht dafür:
etwa 300 g Löffelbiskuits
200 ml Espresso
40 ml Amaretto
4 frische Bio-Eier
500 g Mascarpone
100 g Zucker
1 Vanilleschote
1 Schuss Eierlikör (ca. 20 ml)
abgeriebene Schale von 1/2 Bio-Orange
Kakaopulver


So wird's gemacht:

1. Espresso abkühlen lassen und mit Amaretto mischen. Die Hälfte der Löffelbiskuits in einer Lage möglichst dicht aneinander auf den Boden der Form legen. Mit dem Espressogemisch beträufeln. Ihr könnt die Löffelbiskuits auch kurz in den Espresso eintauchen und dann in die Form legen. Dabei müsst ihr aber aufpassen, dass die Kekse sich nicht zu voll saugen, da sie sonst schon auf dem Weg die Form zu Matsch werden. Außerdem wird euer Tiramisu dann leicht zu "nass".

2. Eier trennen. Eiweiß mit Zucker zu sehr steifem Eischnee schlagen und kurz beiseite stellen.

3. Vanilleschote halbieren und auskratzen. Mascarpone mit Eigelb, Eierlikör, Vanillemark und Orangenschale gleichmäßig verrühren. Eischnee nach und nach unter die Masse heben.

4. Die Löffelbiskuits mit der Hälfte der Creme bedecken und glatt streichen. Eine weitere Lage Kekse darüber legen und wieder mit der Espresso-Amaretto-Mischung beträufeln.

5. Die übrige Creme darüber geben. Ich nehme dazu einen Spritzbeutel mit großer Lochtülle und spritze eine Lange kleiner Tuffs.

6. Vor dem Servieren mit einer 1 bis 2 mm starken Schicht Kakaopulver bestreuen. Wenn ihr das Tiramisu erst später servieren wollt, wartet mit dem Kakao wirklich bis ihr es aus dem Kühlschrank holt, sonst weicht der Kakao durch und sieht nicht mehr so schön samtig aus.


Probiert das Rezept mal bei euerer nächsten Einladung oder Feier aus und schreibt mir wie es euch und den Gästen geschmeckt hat. Ich glaube übrigens fest daran, dass das Fett in der Mascarpone die ganzen Kalorien abtötet...

Alles Liebe und Süße :-)
Euer Steffen

Dienstag, 16. Juni 2015

Holunderblütensirup

Hallo meine Lieben,

seit Wochen habe ich mir vorgenommen, die Blüte des Holunders auszunutzen um endlich wieder Nachschub an Holunderblütensirup zu produzieren. Letztes Jahr habe ich Unmengen davon hergestellt, aber auf wundersame Weise ist fast alles aufgebraucht oder verschenkt worden.

Und dann - alle guten Vorsätze waren gefasst, der Einkaufszettel geschrieben - brach die Hektik los. Viel Arbeit, viele Termine, und in der wenigen Zeit, die ich zu Hause verbracht habe keine Lust auf Küche. Ja, auch sowas gibt's mal. Nach ein paar wirklich stressigen Tagen dann der erste Lichtblick, doch da war die Holunderblüte vorbei! DRAMA!
Das hat man nun davon wenn man in einer Weinbauregion wohnt, da geht eben alles etwas schneller als anderswo.

Zum Glück habe ich gestern einen Ausflug gemacht und auf der Heimfahrt sprangen mich die blühenden Holundersträucher förmlich an. Die ganze Landschaft schien plötzlich voller Holunder zu sein. Ich habe mir natürlich ausgerechnet den Strauch ausgesucht, der inmitten von Brennnesseln wuchs. So hält sich die Erinnerung daran noch ein paar Tage länger :-)
Soweit so gut, ich habe eine kleine aber feine Ausbeute an Holunderblütendolden gesammelt, geschwind die restlichen Zutaten eingekauft und losgelegt. Jetzt brauche ich nur noch etwas Geduld.

Wenn ihr euren Holunderblütensirup selber machen wollt braucht ihr:

1 Liter Wasser
2 kg Zucker
10 g Zitronensäure
1 Zitrone
1 Limette
1 Orange

Achtet darauf, dass ihr unbehandelte Früchte bekommt oder brüht sie zumindest mit kochendem Wasser ab und wascht sie gründlich.






Und so wird's gemacht:


1. Wasser in einem großen (!!!) Topf aufkochen und den Zucker dazu geben. So lange rühren bis die Flüssigkeit wieder klar wird. Dann en Topf vom Herd nehmen.

2. Zitrusfrüchte waschen und in Scheiben schneiden, Holunderblüten auszupfen und von Kleintieren befreien :-)

3. Zitronensäure ins Zuckerwasser geben und einrühren.

4. Blüten und Früchte in den Topf geben, durchrühren und zugedeckt stehen lassen bis alles abgekühlt ist.

5. Den abgekühlten Topf zugedeckt 2-3 Tage im Kühlschrank stehen lassen damit alles gut durchziehen kann. Anschließend den Sirup durch ein feines Haarsieb abseihen oder durch ein Tuch passieren.


Mir genügt das Sieb, der Sirup sieht dann aber nicht ganz "sauber" aus, da kleine Teilchen darin herumschwimmen. Das ist größtenteils Blütenstaub und stört überhaupt nicht. Wenn ihr trotzdem einen klaren Sirup wollt müsst ihr ein Leinentuch oder Baumwolltuch nehmen (vorher auskochen, keinen Weichspüler oder sowas verwenden) und viiieeeel Geduld haben, da der dickflüsige Sirup nur sehr langsam durch das Tuch tropft.

Mit dem fertigen Sirup könnt ihr nun nach Belieben weiter verfahren. Er eignet sich für Hugo, Limonade, Desserts, Torten, und vieles mehr. Wenn ihr tolle Holunderblütensiruprezepte (mein persönlicher Kandidat für das Rezepteunwort des Jahres *g*) habt, her damit :-)

Alles Liebe
Euer Steffen

Freitag, 8. Mai 2015

Couscous-Salat mit Möhren und Minze

Hallo ihr Lieben,

bei aller Liebe zu der heimischen Vielfalt, die uns derzeit geboten ist steht mir doch manchmal der Sinn nach exotischer Küche. Warum nicht die heimische mit der fremden Küche verbinden? Mit meinem heutigen Rezept habe ich eine Verbindung von heimischen Karotten mit Couscous-Salat geschaffen, die ich euch nur wärmstens ans Herz legen kann.

Für 4 Portionen braucht ihr:

150 g Couscous (Instant, z.B. von Müllers Mühle)
200 ml Wasser
7 EL Olivenöl
1 Knoblauchzehe
1 Orange
1 Zitrone
2 EL Weißweinessig
6 Stiele Minze
600 g Möhren
30 g Haselnüsse (ganz)
2 EL Honig
1/2 TL Zimt
1 TL Parika (rosenscharf)
Salz
Pfeffer


Und so wird's gemacht:

1. Knoblauch schälen und andrücken. Wasser mit 2 EL Olivenöl und der Knoblauchzehe aufkochen, Couscous einrühren und vom Herd nehmen. 10 Minuten ziehen lassen und dann die Knoblauchzehe herausnehmen. Couscous mit Essig, Salz und Pfeffer würzen.

2. Von drei Stielen Minze die Blätter abzupfen und fein hacken und unter den Couscous mischen.

3. Die Möhren putzen und fein reiben.

4. Orange und Zitrone auspressen und jeweils etwa 50 ml Saft zusammen mit Honig und dem restlichen Olivenöl, Zimt, Paprika, Salz und Pfeffer verrühren. Die Mischung über die Möhrenraspel gießen, gut vermischen und 20 Minuten durchziehen lassen.

5. Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten und grob hacken.

6. Couscous und Möhren auf einer großen Platte anrichten und mit den gehackten Nüssen und der restlichen Minze bestreuen.


Zu diesem Rezept passen auch eine handvoll gehackter Datteln ganz ausgezeichnet. Einfach unter den Couscous mischen und die fruchtige Süße im Zweikampf mit dem säuerlich-scharfen Salat genießen.

Alles Liebe
Euer Steffen

Sonntag, 25. Januar 2015

Orientalischer Milchreis

Hallo meine Lieben,

alte und bekannte Rezepte in neuem Gewand . dafür bin ich wirklich leicht zu begeistern und habe auch noch einige spannende Ideen, zu deren Umsetzung ich noch nicht gekommen bin. Zur Zeit bin ich dabei, meinen Gewürzschrank komplett um- und aufzuräumen und dabei auf so manche Schätzchen gestoßen, die völlig zu Unrecht in den hinteren Regionen verschwunden waren, nur weil ich sie nicht so oft verwende. Und schon war die Idee für einen fruchtig-würzig duftenden orientalischen Milchreis in meinem Kopf. Was für ein Glück, dass ich auch noch eine Packung Milchreis zur Hand hatte, so konnte es gleich los gehen.

Ich habe mich, was mir bei Reis oft passiert, in der Menge gewaltig verschätzt. Als ich gesehen habe, die der Reis im Topf aufquillt fiel mir unweigerlich das Märchen "Der süße Brei" von den Gebrüdern Grimm ein. Hier kocht ein verzauberter Topf süßen Hirsebrei und hört erst damit auf, wenn man die Worte "Töpfchen, steh." sagt. Mein Topf war offenbar nicht verzaubert und so wurde die Menge zwar üppig, eine Katastrophe blieb aber aus. Und im Nachhinein war ich sehr froh über so viel von diesem leckeren Milchreis!

Für 4-6 Portionen braucht ihr:

150 g Milchreis (Rundkornreis)
400 ml Milch
200 ml Wasser
40 g Zucker
(evtl. weniger und später nachsüßen)
1 Prise Salz
1 Zimtstange
1/2 TL Kardamom
1/2 Päckchen Safran
(ca. 1/4 Messerspitze)
60 g Datteln ohne Stein
30 g getrocknete Aprikosen
1 EL Orangeat
1 unbehandelte Orange
Mandelstifte oder Pistazien

Und so wird's gemacht:

1. Wasser und Milch in einem großen Topf aufkochen. Zucker, Salz, Safran, Zimt, Kardamom und Reis dazu geben und einrühren. Das ganze bei schwacher Hitze quellen lassen, dabeiständig umrühren. Für die Quelldauer schaut bitte auf der Reispackung nach. Bei mir waren es ca. 30 Minuten. Wenn euch der Milchreis zu fest wird, gebt noch etwas Milch dazu.

2. In der Zwischenzeit die Datteln und Aprikosen fein würfeln und das Orangeat sehr fein hacken.

3. 2 TL Orangenschale abreiben.

4. Orange mit dem Messer so schälen, dass die äußere Haut komplett entfernt ist. Dann mit einem scharfen Messer die einzelnen Filets herauslösen.

5. Granatapfel halbieren und Kerne herauslösen. Dazu mit einem Kochlöffel darauf klopfen. Haltet den Granatapfel dazu tief in eine große Schüssel, da es bei sehr reifen Früchten ordentlich spritzen kann.

6. Die Zimtstange aus dem Reis nehmen und die klein geschnittenen Datteln, Aprikosen, Orangeat und die Orangenschale dazu geben und gründlich unterrühren.

7. Milchreis auf Telle verteilen, mit Granatapfelkernen und Mandeln/Pistazien bestreuen und Orangenfilets darauf verteilen.


Für eine etwas herb-fruchtige Note könnt ihr anstelle von Aprikosen auch getrocknete Cranberries oder Berberitzenbeeren verwenden. Schmeckt toll und sieht außerdem noch sehr hübsch aus.

Jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Kochen!

Alles Liebe
Euer Steffen

Dienstag, 25. November 2014

Libanesischer Orangenkuchen

Hallo meine Lieben,

in unserem Urlaub in Ägypten haben wir in einem libanesischen Restaurant gegessen. Dieses bemerkenswerte Erlebnis und die vielen köstlichen Gerichte haben mich aufhorchen lassen, als ich auf ein Rezept für einen libanesischen Orangenkuchen gestoßen bin. Ich mag Orangen sehr und Kuchen ja sowieso, also wieso nicht mal ausprobieren.

Und nun kommt der Haken: Das Rezept ist das erste, das ich euch hier aufschreibe, von dem ich nicht zu 100% überzeugt bin. Nicht, weil es misslungen wäre oder weil es mir nicht schmeckt. Sondern weil der Kuchen eine bittere Note hat, die viele als abstoßend empfinden und es schade wäre, wenn ihr euren Kuchen auch alleine essen müsst. Ich habe bisher leider kaum positive Rückmeldungen zu dem Kuchen bekommen und daher schreibe ich hier zum ersten Mal: Nackbacken auf eigene Gefahr. :-)

Ich möchte euch aber mit dem Problem auch nicht alleine lassen und habe daher zwei Tipps, wie es sicher besser wird, die ich aber auch noch ausprobieren muss. Ich werde das beim Rezept ergänzen.

Für eine Backform mit 22 cm Durchmesser braucht ihr:

2 unbehandelte Orangen
6 Eier
250 g gemahlene Mandeln
250 g Zucker
1 Tl Backpulver
1 Prise Salz


Und so wird's gemacht:

1. Die Orangen gründlich heiß abwaschen, dann in einen Topf geben und mit Wasser aufgießen bis sie bedeckt sind. Bei niedriger Hitze etwa 2 Stunden weich kochen. (Ja, die Orangen komplett mit Schale gekocht)

2. Die Orangen abgießen, abkühlen lassen, aufschneiden und die Kerne entfernen. Bei mir waren glücklicherweise keine Kerne drin. Dann die Orangen mit dem Pürierstab zu einem feinen Mus pürieren. (Tipp: Nehmt kleinere Orangen und lasst nur bei einer die Schale dran. Von der zweiten nehmt ihr nur das gekochte Fruchtfleisch. Gebt einen Teelöffel Zimt zum Püree)

3. Eier und Zucker in einer Rührschüssel aufschlagen, übrige Zutaten dazu geben, zuletzt das Orangenpüree.

4. Eine Backform einfetten oder, wenn ihr keine Backform in dieser Größe habt, einen Backrahmen verwenden. Ich habe einen verstellbaren Tortenring aus Edelstahl, der innen Markierungen für die verschiedenen Durchmesser hat. Daraus könnt ihr ganz leicht mit einem Bogen Backpapier eine Kuchenform herstellen. Dazu einfach den Tortenring mittig auf das Backpapier stellen und an einer Seite anfangen das Papier am Ring entlang einzuschlagen. Dabei immer übereinander falten bis der Kreis geschlossen ist. Wenn ihr da ein wenig Spannung beibehaltet bleibt das Papier am Torteinring hängen wenn ihr ihn anhebt.

5. Die Masse in die Form geben und bei 180°C auf der mittleren Schiene ca 60-70 Minuten goldbraun backen. Der Kuchen kann außen ruhig etwas dunkler werden. Durch die Orangen ist er innen immer noch sehr feucht und saftig.

Wenn er euch jetzt trotz meiner Tipps immer noch zu bitter ist könnt ihr noch einen Zuckerguss aus Orangensaft und Puderzucker anrühren und darüber gießen.


Vielleicht traut sich jemand, das Rezept auszuprobieren, oder möglicherweise habt ihr so etwas schon mal ausprobiert und könnt mir auch Tipps geben, wie man die bittere Note soweit unterdrücken kann, dass sie nicht mehr stört. Ganz weglassen möchte ich sie eigentlich nicht, da sie ja zum Charakter des Kuchens gehört.

Bin gespannt auf eure Meinung.

Alles Liebe
Euer Steffen