Posts mit dem Label Pizza werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Pizza werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 21. September 2015

Steinofenpizza mit Aussicht

Buongiorno cari amici,

c'èqualcuno che parla italiano? Ups... natürlich weiß ich sogar ganz sicher, dass unter meinen Lesern und Leserinnen welche sind, die fließend italienisch sprechen.
Leider habe ich es nie über den Kurs "Italienisch in der Mittagspause" mit der bezaubernden Sonia bei der VHS hinaus geschafft. Diverse Sprachkurse warten noch in meinem Bücherregal darauf bearbeitet zu werden und jetzt, wo ich hier gerade auf Sizilien sitze, mit einem traumhaften Ausblick auf die Landschaft um Caltagirone, mit duftenden Orangen-, Zitronen, Granatapfel-, Feigen- und Olivenbäumen vor der Nase, einer Familie im Haus nebenan, die pausenlos damit beschäftigt ist, irgendwelche hausgemachten Schmankerln über den Zaun zu reichen, da stört es mich doch sehr, dass ich außer einem vorsichtigen "Grazie" und "Benissimo" kaum etwas anständiges raus bringe.

Den letzten Sprachkurs für zuhause, auf den ich mich wirklich sehr freue, habe ich im Juli geschenkt bekommen. Aber wie so oft kam der Urlaub furchtbar plötzlich *g* und ich hatte vorher einfach keine Zeit mehr.... Ich gelobe Besserung!

Wer von euch war denn schon auf Sizilien? Ich bin hin und weg! Es ist so traumhaft schön hier und die Insel hat soooo viel zu bieten, dass ich unbedingt wieder herkommen muss! Ich erspare euch jetzt die Details meines Reiseführers, aber eine Reise hierher lohnt sich auf jeden Fall für alle, die Meer, Berge, Sonne, tolles Essen, Shopping, Party und Kultur mögen! Habe ich was ausgelassen? Dafür lohnt es sich bestimmt auch!

Ich sitze hier aber natürlich nicht nur auf der Terrasse und genieße den Blick und die Luft, die immer auch ein wenig nach Feuer riecht, sondern ich nutze die Chance auch, hier mal was richtig leckeres zu zaubern. Heute gibt's - Überraschung - Pizza!

Ein ganz besonders tolles Extra meines Urlaubsdomizils ist nämlich ein gemauerter Pizzaofen, den man so richtig traditionell mit Holz befeuert. Hab ich noch nie gemacht, muss ich ausprobieren. Holz ist ja genug da.

Also erstmal ein Häufchen aus etwas Karton und ganz feinem Holz, frisch geknackte Schalen von Mandelkernen brennen auch hervorragend, ein paar Pinienzapfen (nicht die hübschen), und ein paar gröbere Holzstücke schön aufschichten und anzünden. Alle 5 bis 10 Minuten nach dem Feuer sehen und nach und nach auch größere Holzscheite nachlegen. Das Feuer im Ofen kann gut und gerne 2-3 Stunden brennen. Wenn es richtig in Gang ist wird es nach hinten geschoben, damit beim Nachlegen nichts vorne rausfällt und der Kamin besser zieht.

Jetzt braucht das Feuer wenig Aufmerksamkeit und ich kann den Pizzateig machen. Eine liebe Freundin hat mir vor Jahren einmal gesteckt, dass das nur mit Manitoba-Mehl so richtig gut wird. Zum Glück gibts das hier an jeder Ecke zu kaufen. Ich habe 6 Pizze (ja so heißt wohl der Plural) gemacht, wenn man den Teig etwas dünner macht hätte es auch für 8 reichen können. Natürlich hat auch die eifrige Nachbarin etwas abbekommen, das gehört sich hier einfach.


Wenn das Feuer 2-3 Stunden gelodert hat und die großen Brocken auch alle gut durchgeglüht sind wird es zur Seite geschoben und der Platz in der Mitte des Ofens mit einem nassen Besen durchgewischt. Dann kommt die Tür davor und der Ofen darf noch etwa 10 Minuten auf die Pizza warten.

Für 6 Portionen braucht ihr:

Für den Teig:
1 kg Manitoba-Mehl (Tipo 0) - sucht es, es lohnt sich!
6 EL Olivenöl
2 Prisen Salz
25 g Hefe
1/2 Liter Wasser











Für die Sauce:
8-10 Tomaten
1 Zwiebel
2-3 Knoblauchzehen
Olivenöl
Rosmarin
Basilikum
Salbei
Oregano








Für den Belag:
Tomaten
Paprika
Mozzarella
Parmesan
Knoblauch
Oliven
und alles was euch gefällt


So wird's gemacht:

1. Mehl in eine große Schüssel sieben und eine Mulde in die Mitte drücken. Dort hinein die Hefe bröckeln (in Italien hat ein Hefewürfel übrigens 25g - wir praktisch) und mit lauwarmem Wasser aufgießen. Einen dünnen Brei anrühren und 10 Minuten zugedeckt gehen lassen.

2. Salz und Öl dazu geben und alles mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Das ist jetzt ein wenig Fitnesstraining, denn der Teig möchte schon so ungefährt 10 Minuten bearbeitet werden. Dieser Aufwand zahlt sich aber wirklich aus. Wenn euch das zu anstrengend ist könnt ihr natürlich der Küchenmaschine die Arbeit überlassen, aber auch hier solltet ihr den Teig schon 3-4 Minuten kneten. Er wird dann sehr geschmeidig und löst sich von der Schüssel. Dann wieder zudecken (Deckel, Folie oder zumindest ein feuchtes Geschirrtuch) und 2 Stunden in Ruhe aufgehen lassen.

3. Jetzt ist es Zeit, die Sauce für die Pizza zu kochen. Alle Zutaten sehr fein würfeln und in einem Topf etwas Olivenöl erhitzen. Da kommen zuerst Knoblauch und Zwiebeln rein und werden glasig gedünstet. Danach die Tomatenstücke dazu geben und unter gelegentlichem Rühren bei mittlerer Hitze etwa eine Stunde einköcheln lassen. Ganz zuletzt die Kräuter dazu und mit etwas Salz und eventuell einem Schuss Rotwein abschmecken.

4. Der Hefeteig hat nach seiner Pause von 2 Stunden sein Volumen ungefähr verdreifacht und schaut ganz keck oben aus der Schüssel raus. Also schnell in 6 gleiche Stücke (Augenmaß) aufteilen und mit einem Ausrollstab oder Nudelholz einigermaßen rund und flach rollen.

5. Auf jedem Teigfladen ungefähr 2 gehäufte EL der Sauce verstreichen und dann Mozzarella und die übrigen Zutaten für den Belag auf der Pizza verteilen. Nicht überfrachten! Zuletzt ein wenig Parmesan darüber reiben und mit einem langen Schieber in den Ofen "einschießen".
Was wirklich extrem überraschend für mich war ist die Geschwindigkeit, in der so eine Pizza im Steinofen fertig ist. Es reicht gerade um die nächste auszurollen und zu belegen.

6. Wenn die Pizza nach ein paar Minuten fertig gebacken ist kann man sie mit dem Schieber wieder ganz leicht aus dem Ofen holen, da der Boden kross und stabil ist. Der Teig ist schön aufgegangen und der Käse geschmolzen und leicht gebräunt.


Inzwischen ist bis auf eine halbe Pizza alles verspeist und es ist dunkel geworden. In der Umgebung bellen einige Hunde, Zikaden zirpen und die Glut im Ofen glimmt nur noch ganz leicht vor sich hin, wärmt aber den Sitzplatz davor noch sehr angenehm. So kann man es trotz "nur noch" 18 Grad richtig gut draußen aushalten.

Darauf noch einen Schluck sizilianischen Rotwein. Salute!

Euer Steffen


Mittwoch, 13. Mai 2015

Pizza mit Broccoli, Tomaten und Ruccola

Hallo meine Lieben,

mein Backstein für den Ofen gehört zu den Besten Anschaffungen, die ich in den letzten Jahren getätigt habe. Ein kleines Stück Stein, ca. 40 x 30 cm groß hat das Pizzabacken bei uns zu Hause revolutioniert. Gut ich gebe zu, das Backen einer Pizza im Steinofen ist jetzt keine meiner Erfindungen :-) Aber seit ich den Stein habe, mag ich keine Pizza mehr, die nicht auf Stein gebacken wurde.

Noch dazu ist die selbst gemachte Pizza einfach unschlagbar, weil ich sie ja ganz nach meinen Vorlieben belegen und würzen kann. Ein wenig Geduld braucht man allerdings, denn der Pizzateig will in Ruhe aufgehen, bevor er sich dann auf dem Stein knusprig backen lässt. Aber das Warten lohnt sich wirklich. Probiert es selbst mal aus, ihr werdet begeistert sein!

Bei uns gab es heute Pizza mit Broccoli und Tomaten. Nicht gerade ein Klassiker der italienischen Küche, aber sehr lecker. Und sowas passiert eben, wenn man hungrig einkauft :-) Dann hat man was da, was dann weg muss und das dann einfach super lecker schmeckt,...

Für 4 Portionen braucht ihr:

Für den Teig:

500 g Mehl
250 ml lauwarmes Wasser
1/2 Würfel Hefe
(oder 1 Päckchen Trockenhefe)
1 Prise Salz
3 EL Olivenöl









Für den Belag:

1 Broccoli (ca. 500 g)
12 Kirschtomaten
1 Dose gehackte Tomaten
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1 TL Zucker
Salz
Oregano
Basilikum
Olivenöl
geriebener Käse
Parmesan
Ruccola
1 TL Natron


Und so wird's gemacht:

1. Mehl in eine Schüssel sieben. Hefe im Wasser auflösen und mit den übrigen Zutaten zum Mehl geben.

2. Alles zu einem glatten Teig verkneten bis er samtig glänzt und nicht mehr klebt. Das geht von Hand, aber schneller geht es mit dem Knethaken der Küchenmaschine.

3. Den Teig nun zugedeckt an einem warmen Ort ungefähr 90 Minuten gehen lassen.

4. Grundlage jeder Pizza ist eine gute Tomatensauce. Dazu die Schalotte und den Knoblauch fein würfeln und in Olivenöl anschwitzen. Zucker dazu geben.

5. Wenn der Zucker beginnt zu karamellisieren das Ganze mit den Tomaten aus der Dose ablöschen und aufkochen lassen. 15 Minuten köcheln lassen und dabei immer mal wieder umrühren.

6. Vier Kirschtomaten und Basilikum hacken und mit Salz und Oregano zur Sauce geben. Die Sauce sollte warm sein, wenn ihr den Pizzateig damit bestreicht. Etwa 30 Minuten vor dem Backen legt ihr den Backstein auf ein Blech oder Rost in die Mitte eures Backofens und heizt diesen mit 275°C bei Ober- und Unterhitze vor.

7. Einen Topf mit Wasser zum kochen bringen und 2 TL Salz und 1 TL Natron dazu geben. Broccoli putzen, in kleine Stücke teilen und 4 Minuten in kochendem Wasser blanchieren, dann in einem Sieb abtropfen lassen. Das Natron sorgt dafür, dass der Broccoli schön grün bleibt.

8. Aus dem Teig vier gleich große Stücke machen und rund wirken. Jedes Teigstück dünn auf Backpapier ausrollen und mit 2 EL der Tomatensauce dünn bestreichen, etwas geriebenen Käse (z.B. Mozzarella) darüber streuen und ein paar Parmesanspäne darauf hobeln. Nun mit Broccoli und geviertelten Kirschtomaten belegen.

9. Die Pizza samt Backpapier auf den Backstein legen und etwa 7 Minuten backen. Das Backpapier könnt ihr nach 2 Minuten entfernen, damit der Teig den Kontakt zum Stein bekommt. Es hilft euch aber, die Pizza unbeschadet in den Ofen zu bekommen.

10. Nach dem Backen eine handvoll frischen Ruccolasalat, ein paar Blätter Basilikum und etwas gehobelten Parmesan auf die Pizza geben und genießen.

Was ihr auf eure Pizza legt ist ganz eurem Geschmack und eurer Fantasie überlassen. Achtet nur darauf, dass es in der kurzen Backzeit auch gar wird. Wenn dies nicht möglich ist, so wie bei dem Broccoli in diesem Rezept, dann gart den Belag vor. Entweder durch Blanchieren oder anbraten.


Ich bin gespannt und neugierig, wie ihr eure Pizza am liebsten mögt. Schreibt mir doch mal oder schickt mir eure Bilder. Den Backstein gibt es in jedem Geschäft mit Backzubehör, in Würzburg z.B. bei Amon Backwaren. Ganz Ungeduldige können ihn über den Link in der rechten Spalte auch direkt online bestellen.

Alles Liebe
Euer Steffen